Seit Jahren schon hoffe ich beim Kauf von Alkohol darauf, dass man mich nach meinem Ausweis fragt. Wo ich doch so jung aussehe. Und sexy. Haha. Macht aber niemand. Wenn man für sein jugendliches Aussehen also keine Komplimente mehr bekommt, muss man die Leute eben durch umgekehrte Psychologie dazu zwingen, einem welche zu machen.
Als ich vergangene Woche bei Real eine Flasche Gin kaufen wollte und die Kassiererin die Flasche ausdruckslos über den Scanner zog, half ich ihr ein wenig auf die Sprünge.
Empört sagte ich: "Entschuldigen sie mal, sie lassen mich ohne Weiteres diese Flasche Gin kaufen, ohne mich nach meinem Ausweis zu fragen?"
Sie (irritiert): "Sind sie denn noch nicht volljährig?"
Ich: "Das steht ÜÜÜBERHAUPT nicht zur Debatte!"
Sie (verunsichert): "Äh... kann ich vielleicht mal ihren Ausweis sehen?"
Ich (zufrieden): "Ach Mensch, das ist ja mal ein schönes Kompliment. Dabei werde ich dieses Jahr noch 36..."
Die arme Kassiererin. Aber zumindest kann ICH von mir behaupten, beim Kauf von Alkohol immer noch nach meinem Ausweis gefragt zu werden...
Tantinator
Zum Teufel mit Flanders!
Sonntag, 14. April 2013
Donnerstag, 20. September 2012
Abgelehnt!
Ich habe ja einen schönen Romaaaan geschrieben
und verschiedene Leseproben bei unterschiedlichen Verlagen eingereicht. Bei
Suuuuhrkamp, Piiiiper und vom Dtv habe ich jetzt eine Ablehnung bekommen.
„Aus rein verlagstechnischen Gründen können wir ihr Manuskript leider nicht
berücksichtigen…“
Ja genau, und im Himmel ist Jahrmarkt! Das
stimmt nämlich überhaupt nicht! Die haben mich gar nicht aus „verlagstechnischen
Gründen“ abgelehnt, die wollen meinen Roman nur nicht veröffentlichen weil der
so langweilig ist! Na und?! Tolstoi ist auch langweilig! Und Dostojeeeewski, und
Thomas Maaaann… Alles Langweiler, aber die sitzen rum auf ihren „Zauberbergen“
und ihren „Kosaken“ und schaukeln sich die Eier mit ihren Nobelpreisen – und ihren
abgelehnten Nobelpreisen… Dafür kann ICH Namen rülpsen. Interessiert AUCH keinen.
Ich hab dann gleich zu meiner Freundin gesagt, dass ich beim Dtv schön Widerspruch einlegen werde, dass die meinen
langweiligen Roman gefälligst veröffentlichen sollen. Aber Suse dann gleich
wieder:
„Man KANN keinen Widerspruch einlegen, wenn ein Romanvorschlag von einem
Verlag abgelehnt wird“
Türlich kann ich. Ich kann machen was ich
will, schließlich bin ich volljährig.
„Du kannst ja auch nicht erwarten, dass einer der größten Verlage
Deutschlands gerade DEINEN Roman veröffentlicht“
Genau! Aber Goethe, ne?! DEN könnense
veröffentlichen!
„Willst du dich jetzt mit Goethe vergleichen?“
- - - - - - - - - - - - - - - Schnauze!
Aber mal im Ernst, was ist denn bitteschön
der Unterschied zwischen Thomas Mann und mir? Ganz genau! NUR weil ich ne Tussi
bin haben die meinen Roman abgelehnt! DAS isses nämlich! Dabei ist mein Roman
mindestens GENAUSO langweilig wie der Zauberberg, aber dafür nur ein Drittel so
lang. Freuen sich die Kinder.
„Na ja, hältst du deinen Roman denn eigentlich selbst für verlegungswürdig?“
Na toll Suse, immer schön vom Thema
abweichen, ne? Blöde Kuh…
Na dann eben nicht. Irgendwann
veröffentlichen die meinen langweiligen, doofen Roman schon und dann können Tolstoi und Thomas Mann
mich schön an meinem fetten Schriftstellerhintern lecken… SO wird nämlich `n
Schuh draus!
Samstag, 7. Juli 2012
Meine Schlafstörung und Ich
Nie
kann ich schlafen! Keine Ahnung welche Erbsen in meiner Murmel nicht rund
laufen, aber es macht keinen Spaß. Andererseits muss sich jemand, der so eine
verweichlichte Matschbirne hat wie ich, wohl auch nicht wundern.
Eigentlich
ist es ja auch absurd zu erwarten, schlafen zu können. Schlaf ist in der heutigen Gesellschaft sowieso völlig überbewertet. Wer braucht schon Schlaf? Zur Ruhe
kommen kann ich schließlich immer noch, wenn ich tot bin. Aber irgendwie ist
mir etwas am Schlaf gelegen, ich weiß auch nicht woran das liegt. Klingt
wunderlich, ist aber so.
Hier
sitze ich also mit einem Schlafdefizit von 382 Stunden. Von meinen Augenringen
will ich gar nicht erst anfangen. Ich sehe aus wie ein Waschbär. Und trotzdem
weigert sich mein Körper nach wie vor beharrlich und konsequent dagegen zu
schlafen. Ich weiß nicht was das soll. Was mein Körper aufgrund des
Schlafmangels stattdessen tut, ist jedoch nicht uninteressant. Er dissoziiert.
Und er halluziniert. Ja, DAS schafft
er natürlich noch. Es ist logischerweise auch WESENTLICH unkomplizierter für so ein Gehirn, Erlebnisinhalte vom normalen
Bewusstsein abzuspalten und auf diese Weise die Integration von Identität,
Gedächtnis und Bewusstheit zu beeinträchtigen sowie Sinnestäuschungen ohne
reale Wahrnehmungsobjekte hervorzurufen, als schlicht und ergreifend den Schlaf
auszulösen.
Und
so muss ich mich also weiterhin damit abfinden, furchtbar auszusehen.
Erschöpft, abgezehrt, eingefallen, verbraucht. Und was doch am schlimmsten für
eine junge und attraktive (haha) Frau ist – alt. Ich sehe alt aus. Verschrumpelt, wie eine Rosine. Neulich, als
ich mit meinem Freund unterwegs war, kam uns auf der Straße ein junger Mann entgegen und als er
mich sah, sagte er erschrocken:
„Gott, ich dachte Johannes Heesters ist tot! Aber so wie’s aussieht, hat der Ärmste es wohl bald endgültig hinter sich….“ Volltreffer! Ich wette, dass mein Freund seit Beginn unserer
Beziehung zu keinem Zeitpunkt so stolz darauf war mich als Freundin an seiner
Seite zu haben, wie in diesem Augenblick...
Und
so geht die Warterei auf den ollen Schlaf also weiter…
Bekloppt, wa?
Bekloppt, wa?
Montag, 25. Juni 2012
Ist euch sowas auch schon mal passiert?
Als ich eines Abends gegen 23.00h müde vom Spätdienst kam und in Gedanken versunken die Ackerstraße hinunterlief, verließ ein junger Mann einen kleinen Italiener gerade in dem Moment, in dem ich das Lokal passieren wollte. Ich kannte sein Gesicht, aber ich konnte es nicht einordnen. Er musste irgendwo im selben Haus arbeiten wie ich, da war ich mir sicher, und in Sekundenschnelle ratterte mein Verstand sämtliche Möglichkeiten durch: Praktikant, Zivi, BSJler, Reinigungskraft… ich fand es nicht. Und da er mich höchstwahrscheinlich genauso vergeblich einzuordnen versuchte wie ich ihn, ergriff ich als emanzipierte Frau schließlich die Initiative (was hat das eigentlich mit emanzipiert zu tun?) und sagte, etwas bedeppert weil ich so übermüdet war:
„Du kommst mir so bekannt vor, wir kennen uns doch von irgendwoher?“
Der junge Mann grinste spöttisch und schüttelte den Kopf.
„Eher nicht“, antwortete er.
In eben diesem Moment fiel es mir wie Schuppen von den Augen und mir wurde siedendheiß bewusst, was Sache war. Erschrocken sagte ich:
„Owei, jetzt hab ich’s gerafft… tschuldigung…!“
„Kein Problem“, antwortete Daniel Brühl belustigt und ich eilte beschämt weiter.
Oh Mann, in Mitte sieht man die Groupies vor lauter Schauspielern nicht mehr. Oder so ähnlich.
Mittwoch, 6. Juni 2012
Meine Persönlichkeitsstörung und Ich
"Ich habe Angst davor, nie wieder gesund zu werden", sagte ich dem Psychologen. Ein betretenes Schweigen setzte ein. Schließlich räusperte er sich und antwortete:
"Bei einer Persönlichkeitsstörung geht es eigentlich auch viel weniger darum wieder gesund zu werden, als viel mehr darum einen Weg zu finden, damit leben zu lernen."
Das war also SEIN Weg mir mitzuteilen, dass Hopfen und Malz für mich schon längst verloren waren. Aufmunternd und fröhlich fügte er hinzu:
"Nehmen sie HIV-Infizierte zum Beispiel, die haben inzwischen auch eine ganz gute Lebenserwartung und können größtenteils ein weitgehend normales Leben führen, trotz des tödlichen Virus."
Aha. Na wenn das so ist... Da freu ich mich aber. Das Beste aus meiner Situation solle ich machen. Gut. Dann werde ich zunächst einmal versuchen meine Symptome zu bündeln, um dann das Beste daraus zu machen. Also los.
- Massive Schlafstörungen mit Alpträumen, aus denen ich in kaltem Nachtschweiß gebadet aufschrecke
- Desorientierung
- Antriebslosigkeit, sodass ich manchmal für mehrere Tage das Bett nicht verlassen kann
- Das Gefühl der inneren Leere
- Eine tiefgehende Wut
- Selbstzweifel und Selbsthass
- Verharren in Beziehungen, die nicht gut für mich sind
- Selbstzerstörerisches Verhalten
- Mangelnde soziale Kontakte
- Verlust meiner Selbstachtung, da ich mich weiterhin von Menschen demütigen, erniedrigen und psychisch vergewaltigen lasse, die mir eigentlich zur Seite stehen sollten
- Eine tiefgreifende Angst
- Traurigkeit, Hilflosigkeit, Verzweiflung
- Unzureichendes Selbstwertgefühl
- Aufspaltung meiner Person, mein Körper und Geist sind desintegriert
- Zerfall meiner Ich-Grenzen
- Unwirklichkeit in meiner Selbstwahrnehmung, das Gefühl der Betäubtheit
- Selbstmordgedanken
So. Also, wenn ich mir diese popligen Furz-Symptome so ansehe, stelle ich fest, dass das ganze eigentlich wirklich gar nicht so dramatisch ist, wie ich zuerst dachte. Das bisschen Kontrollverlust. Ok. Und jetzt: Das Beste draus machen. Dafür werde ich mir einmal ganz bewusst darüber werden, was mir in meinem Leben bisher Gutes widerfahren ist...
Na ja, ich habe immerhin einen Dosenöffner von Leifheit... Oh Mann, das war toll! Jetzt brauch ich 'ne Zigarette... Vielleicht ist so eine Persönlichkeitsstörung ja doch gar nicht so übel. Eigentlich ist sie sogar ziemlich cool, weil originell. Vielleicht schaffe ich es ja sogar einen Trend daraus zu machen. Das ist hierzulande ja gar nicht so schwer.
Na ja, ich habe immerhin einen Dosenöffner von Leifheit... Oh Mann, das war toll! Jetzt brauch ich 'ne Zigarette... Vielleicht ist so eine Persönlichkeitsstörung ja doch gar nicht so übel. Eigentlich ist sie sogar ziemlich cool, weil originell. Vielleicht schaffe ich es ja sogar einen Trend daraus zu machen. Das ist hierzulande ja gar nicht so schwer.
Bis vor kurzem war ja noch das ADS ganz groß im Kommen und ziemlich hip. Jeder hat es und das ADS ist an allem Schuld. Wenn die Bälger undiszipliniert sind und keinen Funken Respekt zeigen, zum Beispiel. Oder wenn eines dieser Versagerländer mal wieder in den Bankrott geht. Oder wenn nichts gutes im Fernsehen läuft. Ganz egal, was auch immer schief geht, übernehme bloß nicht selbst die Verantwortung, sondern schieb es einfach auf das ADS, egal wie wenig Sinn es macht, das fällt überhaupt nicht auf. Damit bist du auf jeden Fall aus dem Schneider.
Als sich die Aufregung um das ADS dann etwas beruhigt hatte, folgte ja sofort das nächste Defizit, das wie ein Tsunami über die Republik geschwappt ist. Ein reichlich tuntiges Defizit, möchte ich hinzufügen. Laktoseintoleranz. Jeder hat sie. Auf einmal. Ganz plötzlich hat sie sich aus dem Nichts erhoben, wie Phönix aus der Asche. Wenn ich mich gelegentlich mit Anderen über dieses Phänomen unterhalte, setzt grundsätzlich zuerst ein beklemmtes Schweigen ein bevor meine Gesprächspartner verlegen antworten:
"Ja, stimmt. Das ist echt total übertrieben. Aber ICH hab das WIRKLICH...!" Genau! Ich kann euch eure Laktoseintoleranz ja auch mal rausprügeln, wie wär DAS denn mal?!
Na ja, wer's eben braucht. Warum dann also nicht auch mal eine Persönlichkeitsstörung?
"Schahatz, du hast vergessen Klopapier zu kaufen"
"Ja, ich hab aber vielleicht auch 'ne Persönlichkeitsstörung!?"
Das wär's doch!
Montag, 5. März 2012
Die Klapse und ich
Da ich nun schon bald ein Jahr lang meinen armen Blog, und damit meine weltweiten Millionen und Milliarden Fans vernachlässigt habe, ist es jetzt also mal wieder an der Zeit.
Vieles ist in den vergangenen Monaten passiert. Seit einigen Wochen befinde ich mich in teilstationärer Behandlung einer psychiatrischen Tagesklinik, um mich „emotional zu stabilisieren“. Voraussetzung dafür ist natürlich die „emotionale Instabilität“, die ich also in vollstem Umfang und durch beharrlichen Ehrgeiz erworben habe. Über den sehr arbeitsintensiven Weg mich selbst furchtbar zu quälen und unglücklich zu machen – immerhin musste ich ein Leben lang hart dafür kämpfen – habe ich es jetzt endlich geschafft, mir den Pfad zu einem ausgeglichenen Leben zu ebnen. Jedem der ein zufriedenes Leben führen will, kann ich den Weg über ein besonders selbstzerstörerisches Verhalten nur empfehlen, denn je niedergedrückter man sich fühlt, desto befreiender ist anschließend das Gefühl der Genesung. Hier gebe ich zunächst eine kurze Anleitung dazu, wie man sich am besten richtig schlecht fühlen kann:
- Sieh dreimal täglich in den Spiegel und sage dir wiederholt und mit Überzeugung: „Du bist nichts wert!“
- Atme immer möglichst flach, das verhindert zu tiefe Empfindungen und du willst ja schließlich innerlich tot sein
- Höre auf dich zu pflegen, gehe nicht mehr aus, treibe keinen Sport und vermeide jeden sozialen Kontakt
- Versuche jede Nacht nicht mehr als drei Stunden zu schlafen
- Ernähre dich entweder Fett- und Kalorienhaltig oder verzichte ganz auf das Essen
- Dunkel deine Wohnung ab und lass keine Sonnenstrahlen mehr herein
- Sieh dir regelmäßig die Nachrichten an
- Wenn du doch einmal auf die Straße gehen musst, dann reagiere unfreundlich auf Passanten, remple gelegentlich jemanden an und beschimpfe ihn dafür
- Sammle so viele negative Empfindungen wie möglich in dir an und lasse deine Aggressionen an anderen (am besten an engen Freunden) oder aber an dir selber aus
Hast du dir die einzelnen Schritte gut eingeprägt? Herzlichen Glückwunsch! Der erste Schritt zu einem ausgeglichenen und zufriedenen Leben ist damit getan. Bald wirst auch du dich so schlecht fühlen, dass du in psychiatrische Behandlung gehörst. Wenn du ein Naturtalent bist, schaffst du es vielleicht sogar bis in die Geschlossene! Wie auch immer du es angehst, wenn du erst einmal in Behandlung bist, wirst du lernen wie du es schaffen kannst, mit deinem Leben zufrieden zu sein. Und das ist ja schließlich Sinn und Zweck unseres ganzen Unterfangens, nicht wahr? Ich habe es also immerhin bis in die Tagesklapse geschafft. Vielleicht hätte ich mich insgesamt auch mehr bemühen können, aber ich bin eben kein bemerkenswert strebsamer und lebenstüchtiger Mensch…
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